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Über Morbus Behçet - Teil 5

Das dritthäufigste Symptom sind Hautveränderungen, die äußerst unterschiedlich aussehen können. Dabei am häufigsten sind die sogenannten „Papulopusteln“, akne-ähnliche Veränderungen, die aber an für Akne untypischen Stellen (also ausserhalb von Gesicht, Brust und Rücken) und in einem für Akne untypischen Alter (außerhalb der Pubertät) auftreten.
Der Inhalt dieser eitrig aussehenden Pusteln ist steril (er enthält keine krankheitserregenden Keime). Oft bilden sich derartige Papulopusteln nach mechanischen Reizen (das nennt man dann „Pathergie-Phänomen“, das ist bei ca. 30% aller Patienten positiv und wird oft gezielt mit einem Nadelstich in die Unterarm-Innenseite überprüft). Ausserdem kommt relativ häufig ein sogenanntes Erythema nodosum vor, hierbei handelt es sich um gerötete, verhärtete, überwärmte Hautareale, die äußerst druckschmerzhaft sind. Das Erythema nodosum beim M. Behçet tritt zumeist an den unteren Extremitäten (Beine) auf und ist meist multipel (das heisst, es treten viele Herde gleichzeitig auf) (Abb. 5). Es kommen, wenn auch seltener, beim M. Behçet allerdings auch vaskulitische Ulzerationen (Geschwüre), die man dann „leukozytoklastische Vaskulitis“ nennt, ebenfalls vor allem an den Beinen vor (Abb. 4). Auch andere, unspezifischere Hauterscheinungen sind beschrieben.
In jedem Fall sollte dann eine Hautbiopsie (Entnahme einer kleinen Hautprobe zur mikroskopischen Untersuchung) entnommen werden, dort findet sich dann die erwähnte „leukozytoklastische Vaskulitis“.


Krankheitsbild, Papulopustel Krankheitsbild, Erythema Nodosum
Papulopustel
Erythema nodosum


Relativ häufig (ca. 70% aller Patienten) ist auch eine Gelenkbeteiligung in Form einer Oligoarthritis (Oligo heisst, es sind maximal 5 Gelenke betroffen), die meist die Füße oder Knie betrifft und im Röntgenbild keine Veränderungen hinterlässt (nicht-erosiv).